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Natürlich färben – erste Versuche

Wie ihr wahrscheinlich schon mitbekommen habt, liebe ich es mit natürlichen Materialien zu arbeiten. Ein Thema, dass mich hierbei schon länger interessiert, aber womit ich jetzt erst zu arbeiten begonnen habe, ist das Färben von Stoffen mit Naturmaterialien. Und ich bin wirklich begeistert.

Hier möchte ich euch nun mal von meinen Experimenten damit berichten. Und ich bin mir sicher, dass dies noch nicht der letzte Beitrag dazu ist.

Begonnen hat alles damit, dass ich einige Stoffwindeln aus der Babyzeit meiner Kinder gerne weiter als Geschirrtücher verwenden wollte, denn durch ihre Saugkraft sind sie einfach wirklich toll dazu geeignet. Aber dieses verwaschene Weiß ist halt nicht wirklich ansprechend.

Ich hab dann mit den Recherchen begonnen und bin auf die Seite von Rebecca Desnos (leider nur auf Englisch) gestoßen. Sie hat wirklich tolle und sehr ansprechende Bilder auf ihrer Seite und ein unglaubliches Wissen zum Thema färben.

Von ihr hab ich auch die Methode zur Stoffvorbereitung (Beizen) mit Sojamilch. Wobei ich jetzt auch bereits über die Möglichkeiten mit Mandelmilch und Essigwasser gelesen habe und diese auch sehr gerne noch ausprobieren möchte.

Da ich mir bevor ich mit dem Färben der Stoffwindeln begonnen habe, zuerst mal ein Bild von den unterschiedlichen Farben machen wollte, habe ich ein altes Leintuch in quadratische Stücke geschnitten und diese mit der Sojamilchbeize vorbereitet.

Sojamilchbeize nach Rebecca Desnos

Für ca 400g Stoff gibst du einen Liter Sojamilch in ca. 5 Liter Wasser. Verrühren und den Stoff hinzugeben. Diesen dann ca 12 Stunden in dem Milch/Wassergemisch lassen.

Anschließend den Stoff rausnehmen und gut ausdrücken und in der Waschmaschine nur schleudern. Trocknen lassen.

Dann nochmal kurz in die Sojamilch tunken und nochmals schleudern und trocknen. Diesen Schritt noch einmal wiederholen.

Vor dem Färben solltest du ca. eine Woche warten, damit das Sojaprotein Zeit hat sich mit den Fasern zu verbinden.

Meine Pflanzenauswahl

Grundsätzlich gilt 100g Pflanzenmaterial für 100g Stoff. Bei Beeren, etc. kann es auch etwas weniger sein. Bei getrockneten Pflanzen reicht auch die Hälfte. Ich hab meine ersten Versuche mit folgenden Pflanzen/Gewürzen versucht.

  • Schafgarbe
  • Brennessel
  • Thymian
  • Kurkuma
  • Birkenblatt
  • Quendel (wilder Thymian)
  • Farn
  • Eichenrinde
  • Rotbusch
  • Avocado (Kern & Schale)
  • Frauenmantel
gefärbte Baumwolle
v.l.n.r: Avocadokern, Kurkuma + Natron, Kurkuma, Avocadoschale, Birkenblatt, Rotbusch, Eichenrinde, Brennessel, Schafgarbe + Eisenwasser

Wie ihr vielleicht merkt, hab ich ein paar Sachen aus meiner Küche und ein viele aus Wald und Wiese genommen. Und ich sag es gleich, meine Versuche sind noch nicht zu Ende… 😉

Mit den Pflanzen hab ich einen Sud angesetzt. Dazu die Pflanzen in Wasser ansetzen und langsam erwärmen, ca. 1 Stunde köcheln lassen und dann im Topf über Nacht ziehen lassen. Die Pflanzenteile abseihen, den Sud wieder langsam erwärmen und nun den Stoff darin ca. 1 Stunde köcheln lassen. Kalt werden lassen. Stoff herausnehmen, ausdrücken, gut mit kaltem Wasser auswaschen und trocknen lassen. Dann Bügeln, um die Farbe zu fixieren.

Farben verändern

Was ich wirklich spannend finde, ist auch noch die Möglichkeit, die Farbe der Pflanzen zu verändern. Hierfür hab ich mal Eisenwasser (Rostiges Eisen, 1 Teil Essig, 4 Teile Wasser in einem alten Marmeladeglas mischen) oder Natron verwendet. Eisenwasser dunkelt eher ab und Natron hellt auf.

Nach diesen ersten Versuchen hab ich mich dann dazu entschieden die Stoffwindeln mit Schafgarbe und Eisenwasser zu färben, denn es hat ein schönes olivgrün ergeben. Die Farben auf den Fotos täuschen leider etwas, da es beim Fotografieren immer auf die Lichtverhältnisse ankommt.

stoffwindeln

Ich bin wirklich total fasziniert von diesen Techniken und hab mich auch schon mit Seiden- und Baumwollschals eingedeckt, um diesen Farbe einzuhauchen. Außerdem gibt es noch einige Blüten und andere Pflanzen, die ausprobiert werden müssen. Und neue Techniken, wie Shibori, dip dye, Eco Printing oder auch Solarfärben will ich auch noch versuchen. Ich werde euch gerne über die Ergebnisse berichten.

Von Herzen

Madeleine

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